2. Saalehorizontale-Staffel 2011

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Der Gedanke zur Teilnahme an der im Jahre 2010 ins Leben gerufenen Saale-Horizontale wurde im vergangenen Jahr geboren und in diesem Jahr, in ihrem zweiten Austragungsjahr erfolgreich in die Tat umgesetzt. Dabei drohte das Vorhaben bald noch zu scheitern, da unsere Schlussläuferin ausfiel. Die Landschaftsflitzer und Juliregen konnten kurzfristig Kathi zum Erik machen und so konnten wir doch noch starten.

Startpunkt zu 80 Kilometern

Startpunkt zu 80 km

Gegen 10 Uhr erfolgte der Start an der Lobdeburgschule. Von den gemeldeten 67 Staffeln standen dann 66 Startläufer an der gelben Linie. Nach dem Countdown liefen alle wie die geölten Blitze bergan. Doch entgegen üblicher Laufveranstaltungen fiel keiner ab. Auch nach einem Kilometer, die ersten 60 Hm waren genommen, waren all diejenigen noch vor mir, die es auch vom Start weg waren. Eine ungewohnte Situation und es machte mir letztmalig die Ernsthaftigkeit aller Teilnehmer deutlich. Hier wusste man, was auf einen zukam. Hier lief man nicht zum „Vergnügen“ mit und auch Verpflegungsstellenplünderer suchte man vergebens.

Der zweite Kilometer brachte uns bis auf 360 Hm. Hier spürte man das erste Mal, was ein Berg ist. Die ersten 500 „Senkrechten“ Meter laufend, ging ich auf dem folgenden Abschnitt 200m und war fühlbar genauso schnell, wie meine laufenden Mitstreiter. Die Steigung war für mich Flachländer einfach der Hammer. Und es gab Läufer, die da richtig schnell hinaufeilten … unvorstellbar … im Moment noch … aber ich arbeite dran.

Die Lobdeburg. Ziel der ersten Bergwertung

Nach dieser ersten Kraftprobe gings 100m bergab um anschließend wieder 80 Hm bergan zu laufen. Ich war am höchsten Streckenpunkt stehend k.o., hatte für die 5,4 km sage und schreibe 30:30 min gebraucht. Jetzt eine schöne warme Dusche … das wärs gewesen. Doch auf mich warteten noch knapp 10 km, die es in sich hatten. Im ständigen Wechsel ging es auf und ab, mal mehr mal weniger stark. Die engen Kurven, die schmalen Pfade und der geröllige Untergrund forderten die ganze Aufmerksamkeit.

Am 10. Kilometer hatte ich mich fühlbar ständig aufwärts auf 280 Meter herab gekämpft. Die Traumpace von 4:50 min/km wurde zwar meist unterboten. Sie konnten jedoch nicht die notwendigen langsamen Abschnitte kompensieren. Selbst das Bergabstück zum Fürstenbrunnen, das mit 4:16 min/km zu den schnellen gehörte, war nur marginal. Ich kämpfte tapfer weiter, obwohl ich meine Oberschenkel kaum noch hoch kriegte. Mir gelang sogar noch ein Überholmanöver. Ein letztes Aufbegehren begann bei km 12, als ich ein orangenes Laufshirt in „Schlagdistanz“ (auf Flachstrecke) wahrnahm. Dass ich stetig bergan lief, merkte ich nur an der immer langsamer werdenenden Pace. Man wir ich im Eimer. Meine Trittfrequenz versuchte die mangelnde Schrittlänge auszugleichen. Es ging nicht mehr. Der „fliegende Holländer“ (sorry) war nicht zu kriegen. Noch vor Erreichen des 15. Kilometers hörte ich „47“ rufen. Ich musste in der Nähe der Wechselzone sein, kam aus dem Wald, sah nur noch Menschen. Wo war mein Wechselpartner? Er muss auf mich zugelaufen sein, abklatschen, geschafft. Ich schnappte nach Luft, drückte den „Stopp“-Knopf meiner Uhr: 1:18:14 Std.. Geschafft … Schade, dass ich nicht unter 1:15 Std. bleiben konnte. Puhhh. Die +590 Hm und -425 Hm spürte ich überdeutlich.

Es gibt noch viel zu tun, bis es nach Remscheid geht. Während des Samstagslaufes war wider Erwarten nicht mein Puls das Hauptproblem. Ich kriegte einfach die Beine nicht mehr hoch, sodass auch die flachen Abschnitte nicht den Ausgleich für die notwendigerweise langsameren Bergpassagen brachten. Ich verspürte jedoch eine innere Genugtuung, meinen ersten Berglauf-Wettkampf erfolgreich absolviert zu haben. Und was sind schon Zeiten … In einigen Jahren lächeln wir gelangweilt 😉 Es geht voran.

Unsere Staffel belegte einen hervorragenden 10. Platz unter 26 Mixed-Teams, wobei Landschaftsflitzer und Juliregen wirklich bemerkenswerte Ergebnisse erzielten. Aber auch unsere Geheimwaffe Erik, der aus dem kalten die 10 km mit ca 400 Hm lief, verdient Respekt. Aber was sage ich. Johanna hat auf der 3. Etappe prima gekämpft und die Zeit des Vorjahres egalisiert und selbst unser Mountainbiker Andreas (M50), der seine eigene Leistungsfähigkeit gar nicht kannte, hat alle Erwartungen auf der vorletzten Etappe übertroffen. Tanja war mit sich zwar nicht ganz zufrieden, durfte aber auch im strömenden Regen das 4. Teilstück zu den Dornburger Schlössern laufen. Allen Teammitgliedern meinen Dank für dieses herrliche Laufwochenende. Gern wieder, vielleicht zur Schillerstaffel??? Spätestens jedoch im kommenden Jahr, also an mir solls nicht liegen, werde auch fleißig üben.

die Frischluftfanatiker