Nachdem ich am gestrigen Dienstag einen langsamen Dauerlauf um Rottmannshagen auf dem Plan hatte, gings heute wieder etwas zügiger ab. Im schönsten Bundesland hatte sich der Sommer zurückgemeldet, sodass wir selbst am frühen Abend noch hochsommerliche 27 °C auf dem Bimetall hatten. Daraufhin wurde mal wieder der irrwitzige Gedanke in die Tat umgesetzt, auf die entscheidende Abkühlung zu warten.
Da dies in der Vorwoche bereits nicht funktionierte, war es auch dieses mal so. Die Temperatur brach um sage und schreibe 1 °C zusammen, als ich mich um kurz nach sechs in Richtung „Waldarena“ auf die Pedale machte. Im Gegensatz zur Vorwoche hatte ich aber 2 entscheidende Vorzüge. Ich lief im Schatten der Ivenacker Eichen und anderer, dort ansässiger Lauber und Corinna hatte sich bereits erklärt, als Begleitfahrzeug die „Wasserfässer“ zu schleppen.
Nach der kurzen Erwärmung ging die „wilde Hatz“ dann um dreiviertel sieben los. Das Marathonrenntempo ist ja ansicht gar nicht soooo schnell. Jedoch gibt dir die Sommerhitze den Rest. Aber was sind schon 26°C, wo wir auf der Isla Bonita zur Zeit 43°C (im Schatten) haben.
So kam ich nach 4:32 min beim ersten Kilometer durch. Ich fühlte mich auch ganz gut dabei und versuchte meiner Radbegleitung, der das Schild „erster Mann“ fehlte ;-), die neuralgischen Punkte der Seerunde zu verinnerlichen. Auch die zweite Runde lief super gut, wenn man mal von der missglückten Türöffnung am Stavenhagener Tor absieht. Die Vorgabezeit von 4:37 min/km war doch recht ordentlich, wie ich dann am Ivenacker Tor merkte. Die kleine Pumpe schlug recht heftig, als ich nach weiteren 4:31 min am Ivenacker Teehaus vorbeikam.
Mittlerweile hatte ich auch schon die Vorteile der Privatbegleitung genossen und vom labenden Mineralwasser genascht. Nun hatte ich mich eingelaufen und hoffte auf eine leichte Fortsetzung. Der Planet brannte weiter ohne Erbarmen und lies meinen Puls, nachdem ich den schattigen Waldbereich unterhalb Klockows verlies, doch recht ordentlich ansteigen. Doch die Wasserversorgung war gewährleistet und so musste ich mir wenigstens darum keine Sorgen machen. Auch das Klockower Tor zum Gehege war wieder weit geöffnet, sodass mir der „Aufprall“ auf dieses stehende Hindernis erspart blieb.
Nach dem 8. Kilometer , irgendwie hatte ich hier meinen schwächsten Kilometer, musste ich noch mal zum Ivenacker Tor zurück, um die 12 Kilometer auf der Runde voll zu machen. Nach der dortigen, letzten Getränkeversorgung warens dann „nur“ noch 3 Kilometer. Meine Oberschenkel waren deutlich zu spüren und ohne die passive Motivation meiner Begleitung hätte ich die Einheit nicht so durchgezogen. Die Auswertung zuhause zeigte dann auch, das ich mich ab hier um 90-er Pulsbereich bewegte. Doch was pulsig unpassend, war tempomäßig stimmig. Und nur darum geht ja bei diesen Trainingseinheiten.
Am Stavenhagener Tor angekommen, galt es noch mal alle Kräfte zu mobilisieren. Ich entleerte die mitgebrachte Wasserflasche über mir und verschafft dem doch schon recht müden Körper die letzte, entscheidende Erfrischung. Der 11. Kilometer war dann auch irgendwie mit unter 4:30 min/km zu schnell, was sich auch fühlbar am Herzschlag wiederspiegelte.
Doch egal. Der letzte Kilometer ist dann eh nur noch Pflicht. Den schafft man immer. Und so kam ich nach knapp 55 Minuten wieder am Waldstadion an. Die Pace-Vorgabe hatte ich mit 4:35 min/km locker erfüllt und auch die Durchgangszeiten waren eine Verbesserung zur Vorwoche. Wo dort noch verschnauft werden musste, konnte ich in dieser Woche durchlaufen. War das schon ein Trainingseffekt??
Der Beck-sche Trainingsplan sah ja nun noch ein Auslaufen vor, was ich aber aufgrund der allgemeinen Schwäche oder Faulheit oder beidem weglassen wollte. Also radelten wir uns aus und drehten noch eine lockere 10 km Runde durch den unbekannten Teil des Ivenacker Forrest, was wohl auch der geforderten Auflockerung diente.
Nach dieser wirklich schönen Runde war der Abend dann auch schon fast zu Ende, als wir kurz vor halb neun unsere Wohnung betraten. So ging ein doch anstrengender, aber (da gemeinsam verbracht) schöner „Ausflug“ zu Ende.




