Gastblog von Juliregen: Nagetier beim 15. Nürnberger Stadtlauf

Lang ist es her, dass Nagetier und ich gemeinsam bei einem Laufevent waren. Das letzte Mal traten wir beide beim Oberelbe Marathon an, bei dem ich auf die 10-Kilometer-Strecke ging und sich Nagetier an die Königsdisziplin heranwagte. Heute beim 15. Nürnberger Stadtlauf, einer der SportScheck-Veranstaltungen, rannte er einen Halbmarathon, während Landschaftsflitzer und ich (gefühlt mit genauso viel Stress) entlang der Strecke versuchten, an möglichst vielen Kilometerpunkten als Motivatoren lautstark zu jubeln und mit höchster Bizepsanspannung die Handklatsche zu mobilisieren. Die Abholung der Startunterlagen ging – wie schon aus Chemnitz und Dresden bekannt – etwas kurios vonstatten. Zunächst stellte man sich ein ganzes Weilchen an, um am Ende der Schlange seinen Namen zu nennen und daraufhin lediglich ein nacktes „O.k.“ zu hören. Dann wechselte man die Schlange, nannte dann nach kurzer Wartezeit seine Kleidergröße und erhielt ein T-Shirt. Das war’s. Kein Beutel. Keine Startnummer. Nichts. Nur ein T-Shirt. Als Identifikation diente beim Wettkampf selbst der Zeitnahme-Chip.

Überhaupt war der Startbereich sehr eng. Die Platzkapazitäten für Betreuer nahm die Extralounge für Inhaber der BMW-Card ein. Alle anderen – und das waren viele – quälten sich durch einen maximal zwei Meter breiten Pfad hindurch oder nahmen einen Umweg durch die Werbezelte verschiedener Sponsoren. Dort ließen sie kleine Kinder gegen das Ausfüllen einer Karte mit persönlichen Daten an einem Glücksrad drehen.

Nach dem Startschuss knipsten wir ein paar Bilder am Start und bewegten uns dann zu Kilometer acht, wo es ein sehr gemächlicher Streckenposten wenig eilig damit hatte, das Absperrband in angebrachtem Tempo anzubringen.

Am Start: Nils Schuhmann (ganz links, lächelnd)

Juliregen (links) jubelt für meinen Lauf (fast ganz rechts, weißes Basecap)

Somit lief einer der Spitzenläufer falsch und musste von Zuschauern „auf die rechte Bahn“ gebracht werden. Kurz darauf rief ich drei weiteren Läufern zu, dass es rechts lang geht. Jeden Tag eine gute Tat… 😉 Als Nagetier im Zeitlimit den Streckenpunkt passierte und ich ihm ein Gel überreichte,

kurz vor Kilometer 8 (Nagetier gibt das Zeichen für: "Her mit dem Gel" 😉

Kurz vor dem steilen Anstieg wird kräftig durchgeatmet

bewegten Landschaftsflitzer und ich uns im Eiltempo zu Kilometerpunkt elf. Danach hörte ich auf, mit der GfK-Klatsche rumzuklappern, um einem möglichen Muskelkater am nächsten Tag entgegen zu wirken – mit Erfolg.

Kilometer 11

Damit wir unseren Hauptakteur im Ziel noch fotografieren konnten, mussten wir uns nach Kilometer elf in Richtung Start-Ziel-Bereich begeben, in dessen Nähe wir auf einer Brücke nochmal hinunter auf den Streckenabschnitt kurz vor Kilometer 21 schauen konnten .

bescheidener Schlussspurt bei 21°C

Nagetier fightete die letzten Meter noch einmal richtig, konnte das Wunschtempo von 4:34 Minuten pro Kiloometer aber nicht durchgehend halten. Zwischen dem 13. und 17. Kilometer „verbummelte“ er ein bisschen und holte die verlorenen Sekunden bis Wettkampfende nicht wieder auf (was sowieso fast unmöglich ist).

Ich rannte noch einmal (klappernd) neben ihm her und gab einige meiner besten Zurufe für Läufer kurz vor dem Ziel von mir (;-)), aber Landschaftsflitzer war durch mich so irritiert, dass er nur zu mir schaute und es verpasste, Nagetier zu fotografieren. Wenn man nicht alles selber macht 😉 Nein – Scherz. Alle anderen Bilder hier sind schließlich im Amateuerniveau obererstenspitzensahne geworden. Laut Nagetier ist die Nürnberger Strecke trotz der insgesamt etwa 100 Höhenmeter wirklich schön und seine Reise wert…

Copyright by Google Earth

Anmerkung vom Nager:

Am Ende reichte es noch zu einer 1:38:29 Std. Alles liegt im Limit für das große Ziel beim Hauptevent des Herbstes in knapp 3 Wochen.