Recknitztallauf – 1. FichtelbergUltra und 24. Tollenseseelauf

wurden alle drei innerhalb von 2 Wochen abgehandelt. Leider nicht in meinem Blog. Irgendwie hat die Schreibfaulities um sich gegriffen und mich fast vollständig in ihren Bann gezogen.

Dabei waren die vergangenen Wettkämpfe es alle Wert, erwähnt und beschrieben zu werden. So werde ich nun das vergessene nachholen und auch den Veranstaltern die Aufmerksamkeit widmen, die sie verdienen.

Begonnen hat alles mit einem verdammt langen Wochenende, das uns der Herrentag bescherte. Ich hatte Urlaub geplant und so war es naheliegend, mal wieder auf Reisen zu gehen. Die Entscheidung dazu fiel, anders als sonst üblich, recht kurzfristig.

Das der Herrentag in Läuferkreisen für das geliebte Hobby zu nutzen ist, ist auch kein Geheimnis. Wenn noch dazu ein organisiertes Läufchen ganz in der Nähe stattfindet, das wenigstens den Halbmarathon anbietet, um so besser. Die Onlineanmeldung zum Recknitztallauf konnte noch am Vorabend erledigt werden, sodass wir doch nicht mit den Hühnern aus dem Bett mussten, es aber dennoch taten. Die Macht der Gewohnheit schlug mal wieder zu.

2. Recknitztallauf am 29.05.2014 – Halbmarathon

Ergebisliste der 24 Teilnehmer

Ergebisliste der 24 Teilnehmer

Pünktlich trafen wir in Kavelsdorf ein, empfingen die Startnummer und bevor man richtig ans chillen kam, ging es auch schon los. Das Starterfeld recht übersichtlich und so war klar, das es, die 10km Läufer verabschiedeten sich nach Runde eins, doch recht einsam werden würde. Ich nutzte die „Sprintdistanz“ für einen Tempolauf. Knapp 6 Tage nach dem 100-er rund um Jena war es eine Wohltat, wieder etwas zügiger und ressourcenvergeudend unterwegs zu sein. Sehr kurzweilig war auch die zweite Runde, weniger asphalten und landschaftlich reizvoller, sodass ich nach 1:40:xx bereits wieder im Ziel war. Die doch kühlen Temperaturen luden nicht zum Verweilen ein. Auch auf die Dusche verzichtete ich. Lediglich die Urkunde (Medaille wird nachgeschickt …. hmmmm) ließen wir uns noch ausdrucken.

Ich fuhr wieder mit der Holzmedaille nach Hause. Man kennt sich, die Medaille und ich 😉

Vorstartfeeling

Vorstartfeeling im Recknitztal

In der ersten Runde war der Asphaltanteil recht hoch

In der ersten Runde war der Asphaltanteil recht hoch

Zieleinlauf nach 1:40:xx Stunden

Zieleinlauf nach 1:40:xx Stunden

 

1. Fichtelbergultra am 31.05.2014 – 55k +1700 hm

Am Folgetag sollte sich das Wetter verbessern und wir waren mal wieder auf dem Weg nach Elbflorenz. Kurzfristig erhielt ich die Zusage, beim 1. FichtelbergUltra zu starten. Ein wirklich nett organisierter Einladungslauf zum höchsten Berg Sachsens. Schon die Beschreibung des Laufes lässt pure Lauffreude aufkommen. Und bei der Nummer 1 eines sich hoffentlich etablierenden Laufes teilzunehmen, ist immer etwas Besonderes

19-06-2014 14-58-32

Am Samstag ging es dann tatsächlich mit den Hühnern aus dem Bett. Wollten wir doch um 6 Uhr in Chemnitz sein. Wir waren erheblich früher da und konnten die Ankunft der deutschlandweit ansässigen Läufergilde verfolgen. Die üblichen Verdächtigen waren mit Ulf, Mathias und Ralf natürlich auch vertreten.

Höhenprofil

Höhenprofil

Pünktlich um sieben schickte uns der Roland dann auf den Weg zum Fichtelberg. Hatte ich einen Gruppenlauf erwartet, war bereits nach 500 Metern klar, das daraus heute nichts wurde. Ultralike schlug jeder sein Tempo an, das anfangs ein recht hohes war. Bis auf wenige Passagen ging es stetig bergan. Zu eben, um zu gehen und zu „steil“, um zügig zu laufen. Einige taten letzteres trotzdem und waren bereits nach 4:50 Stunden auf 1214 Metern angekommen. Ich wählte ein moderates Tempo. Genoss den Lauf und meine Zipperlein der letzten Läufe.

der weite Weg

der weite Weg

Nach 17 Kilometern wurde der gleichmäßige Trott erstmals unterbrochen. Verpflegungspunkt 1 wurde erreicht und es gab nichts, was es für soclch einen Lauf nicht gab. Herrliches Verwöhnprogramm nach knapp 1:45 Stunden.

Die ersten Anstiege waren geschafft. Die Horizontale steckte noch in den Beinen. Spürbarer, aber erträglicher Schmerz begleitete mich weiter zu km 29, dem zweiten Süffel- und Futterstand. Auch hier gab es nichts zu meckern. Alles gut, alles da. Nur der Appetit nicht. Mittlerweile hatte sich auch die Sonne blicken lassen. Der schützende Wald war verlassen und erstmals kam ER in Sicht. Mit Spannung wurde der eigentliche Anstieg erwartet. Im Höhenprofil sah es schlimmer aus, als es dann war. Nur gelegentlich, teils aus Gruppenzwang, musste gespeedwandert werden.

Fast exakt zur Marathondistanz wurde letztmalig ge-Verpflegungs-punktet. Und dann ging es auch schon zügig hinauf. Nachdem erstmals die 850 hm auf der Uhr stand, wurde unterhalb der Talsperre erst nochmal 100 hm ins Tal gestürzt um anschließend stetig steiler werdend das Tagesziel zu erklimmen. Dieses erreichte ich schließlich nach 6:12 Stunden. Zufrieden und erleichtert. Einen Hunderter hätte ich an diesem Tag nicht schon wieder haben wollen. Bis zum Rückreise mit dem Bus genossen wir die Sonne und die Weitsicht auf Sachsens höchstem Hügel. Danke an Roland und das Team für die perfekte Veranstaltung.

Ergebnisliste hier: ergebnisliste-fibu-2014

Fotoimpressionen

Sieben Uhr: Start in Chemnitz Klaffenbach am Wasserschloss

Sieben Uhr: Start in Chemnitz Klaffenbach am Wasserschloss

Die ersten Hügel sind genommen. Weiter gehts nun bewaldet.

Die ersten Hügel sind genommen. Weiter gehts nun bewaldet.

Freude, denn kurz vorm Süffelstand 2

Freude, denn kurz vorm Süffelstand 2

letzter Anstieg zum Fichtelberg

letzter Anstieg zum Fichtelberg

So schön kann Treppenlaufen sein. Und aber auch alle starren dich an ... himmeln dich an, natürlich. ;-)

Luftbild auf der Treppe …. So schön kann Treppenlaufen sein. Und aber auch alle starren dich an … himmeln dich an, natürlich. 😉

24. Tollenseseelauf am 14.06.2014 – Marathon 

Das Pfingsfest verbrachten wir laufend auf der Insel Usedom. Lange Läufe durch die Wälder der Insel, auch ein sehr cooles Photoshooting ließen die Tage im Fluge vergehen.

Fotoshooting mit André Pristaf: Hinauf zum Küstenwald Bansin mit Ulf Kühne (Vizemeister Radebeuler Treppenmarathon 2014)

Fotoshooting mit André Pristaf: Hinauf zum Küstenwald Bansin mit Ulf Kühne (Vizemeister Radebeuler Treppenmarathon 2014)

Keine Woche später dann der erste längere Lauf nach dem Fichtelberg. Ich hatte keine Vorstellung, wie der Marathon ablaufen sollte. Bis kurz vorm Start war auch nicht klar, das ich mit Ulf, dem „Treppenmonster“ gemeinsam laufen würde. Seine Frage nach meiner aktuellen Bestzeit ließen keine Zweifel aufkommen. Soooo moderat würde es dann doch nicht werden. Mit einem 3:07 Std. Marathoni laufen ist dennoch etwas sehr Schönes, wie ich nun weiß.

Überpünktlich waren wir an meinem Arbeitsort eingetroffen. Überpünktlich sogar, sodass wir noch ein wenig in der Stadthalle aufwärmen konnten. Bereits am Vorabend waren die teilnehmenden Twitterer zum gemeinsamen Abendessen chinesisch unterwegs. Der Geheimtip, wenn man Überraschungen während eines Marathons mag. Als bei wirkte es 😉

Kurz nach dem abschließenden Startfotos ging es auch schon los. Nicht los, ging meine Laufuhr. Hatte wieder nicht genugt ge-OK-tastet und so wurden die ersten 3 Kilometer erst mal nach Gefühl gelaufen. Meine Zwischenfrage an meinen Laufpartner nach km 1 bestätigte das Laufgefühl: 4:52 min waren angeschlagen. Die pace sollte zunächst bis zum Eintritt in den Wald, km 3 wird hier erreicht, konstant bleiben. Hier hatte sich dann auch endlich die Zwiebel zur Teilnahme am Wettkampf entschlossen. Was brauchts Uhren, wenn man nach Körpergefühl laufen will. Und das war heute ein Gutes.

Schnell war der Wald durchlaufen, Klein Nemerow erreicht und auch erstmals Publikum gesichtet. Das auch noch klatschte. Die Starter des 10-km-Laufen hatten sich hier versammelt.

Kurz vor 10 im Kulturpark Neubrandenburg - Startpunkt Stadthalle

Kurz vor 10 im Kulturpark Neubrandenburg – Startpunkt Stadthalle

Klein Nemerow - km 8

Klein Nemerow – km 8

 

Die Laufstrecke ist hier schon eine beeindruckende. Immer wieder eröffnen sich Weitblicke auf den Tollensesee und die Lieps. Lediglich der asphaltene Laufuntergrund ist ein kleines Manko. Man kann es sich nicht aussuchen, ist man einmal gestartet. Ab und an wechselte der Belag zu einem kiesligen. Nach knapp 19 Kilometern sockten wir nach Hohen Zieritz hinauf. Der einzige längere Anstieg. Die Flachländer sind dann hier schon mal am Wandern. Wir passierten den Startbogen der Halbmarathonis nach 1:48 Stunden. Ein wenig überrascht war ich schon, des recht „langsamen“ Tempos wegen. Allerdings war ja erst die Hälfte der Strecke absolviert und verrückt machen muss man sich nun auch nicht, für einen Marathon so aus dem Training heraus gelaufen.

Zunächst gings erst mal abwärts. Nicht mehr der pace aber mit dem Höhenprofil. Nachdem die Hälfte der Marathondistanz absolviert ist, werden nur noch die zu laufenden km angezeigt. Auch nicht schlecht, wenn auch etwas too much, jeden Kilometer. Das südliche Ende der Lieps (das anschließende Gewässer an den Tollensesee) wird passiert und man entfernt sich doch jetzt erheblich vom Ufer des Wassers. Dafür wird die Laufstrecke wieder angenehmer. Sogar ein paar Waldstücke werden passiert.

Die Getränkeversorgung war in Ordnung, wenn gleich man an deren Ausstattung arbeiten. Ich hätte mir bereits bei km 23 ein Tröpfchen Cola gewünscht, Was dann erst knapp 10 km später in Erfüllung ging. Aber möchte nicht jammern. Ohne gehts ja auch. Die Welt trinkt ja eh zu viel. 🙂 und zu zuckerreich 😉

Als wir Zippelow verließen, hatte „Hasi“ Ulf sich vor den Karren gespannt. Ich war Karren, er das Pferd. Aus dem gemeinsamen Lauf, wurde ein „Ichmachjetztmaldiepace“. Unser Abstand blieb konstant. In Alt Rehse dann das letzte Futterhäuschen. Ich gönnte mir das zweite Bananenstück des Laufes. Ansonsten gabs Wasser und 2x Cola. Meine Energiebereitstellung funktionierte perfekt. Kaum Ermüdung, wie es sonst passierte. Und ER zog das Tempo gnadenlos durch. Perfekt!!!

VP - Alt Rehse

VP – Alt Rehse

Cola naschen. Auch noch den Kindern aus den Händen gerissen.

Cola naschen. Auch noch den Kindern aus den Händen gerissen.

Nun waren noch lediglich 11 km zu laufen. Ein zwei kleine Hügelein und es ging nur noch gerade aus. Wo ich das so liebe 😉 Es nahm kein Ende. Zum Glück setzte ein leichter Nieselregen ein, der für Abwechslung sorgen. Für Stimmung auf der Laufstrecke sorgte auch mein Verdauungssystem, das bereits auf Zielankunft geschalten hatte. Der Chinese kam zum tragen. Nachdem ich 5 km mit mir rang, ob nun laufen lassen oder nicht … sorry, aber so denkt man, verkrümelte ich mich 5 km vor dem Ziel doch hinter einem Holzstapel.

Keine Minute später war ich erleichtert. Auch Ulf sorgte sich bereits, da ich aus seinem Augenwinkel verschwand. Am letzten Wasserstand wartet er und dann gabs erst mal eine Tempoverschärfung. Genau zum rechten Zeitpunkt, denn bei km 37 ist man ja noch frisch 🙂 Die nächsten 2 km gingen erst mal in ner 4:15-er pace durch. Unerlaubtes Waldsitzen wurde gnadenlos bestraft. Aber es lief … so.

Am Belverdere gings es noch einmal ein bissl bergan, um schließlich in 3:58-er pace durchs Strandbad Broda zu pacen. Wohlgemerkt, ich rannte immer noch hinterher und hatte das Gefühl, je dichter ich kam, um so schneller wurde es ähh ER, mein Edelhasi. Am Ende hatten wir alles richtig gemacht. Meine Uhr startete ja erst 3 km nach dem Start, sodass ich über die genaue Zeit nicht im Bilde war. Und meine alte PB wusste ich auch nicht.

Men, men, men. Manche bereiten sich aber auch vor?! 🙂 Auf der Zielgerade legte ich noch mal eine 3:48 min/km auf den Asphalt und wir liefen Hand in Hand durch den Zielbogen. Danke, Ulf, für die neue Bestzeit in

3:33:46 Stunden.

Die 3:33:33 haben wir noch gesehen und sie sah so geil aus. War aber dieses Mal nicht zu schaffen. Ist aufgehoben.

Hier hatte ich die Uhr bereits im Blick ... Ich war fassungslos.

Hier hatte ich die Uhr bereits im Blick … Ich war fassungslos.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert