Nur Bekloppte rennen so weit

so Rennschnecke’s Kommentar zu dieser Woche.

Ich habe mich dann nach dem Entenbraten und den Klößen zum Mittag dann doch auf die Socken gemacht. Der Schneesturm war vorbei. Dafür fiel das Thermometer unter den Gefrierpunkt. Das einzig Konstante zum Vormittag war der anhaltende Wind. Dieser kam, abweichend zum gestrigen Tag, mal wieder aus dem kalten Norden und so war es dann auch.

Mehr Höhendifferenz geht hier fast nicht

Ich hatte meine Laufstrecke, 29 km sollten geflitzt werden, grob überplant. Passte natürlich nicht ganz, so dass, trotz Streckenänderung, noch einen Soli-km (alter Ossi) geleistet wurde. Dreißig klingen aber auch besser und machen den Helmut dann auch nicht fett.

Nach 4 Kilometern plagten mich schon wieder die ersten wilden Gedanken zu dem, was da wieder meine Sonntagnachmittags- beschäftigung ist. Denkt man jedoch zurück. Mittagsschläfchen, auf dem Balkon eine Rauchen, Kaffee trinken, wieder eine Rauchen, Fernsehen … So sah es vor dem Laufen am Sonntagnachmittag aus. Dies liegt zum Glück (?!!) schon mehr als 6, was das Rauchen, und 5 Jahre, was das Laufen betrifft, zurück. Dann quäle ich mich lieber durch den eisigen Wind, auf den glatten Dorfstraßen und schreie mich anfallende Hunde an. Das Glücksgefühl nach diesen knapp 3 Stunden ist jedenfalls durch (fast) nichts zu ersetzen.

Nach 7 Kilometern, ich hatte den neuen Rottmannshagener See passiert, gab’s die erste Breitseite. Gegenwindlaufen für die folgenden 1500 m. Gleiches ereilte mich, nachdem ich die Ortslage Krummsee verlassen. Zu meiner Belustigung hatte ich neue MP3’es auf den Player geladen und hatte neben dem step by step doch etwas Neues.

Als ich die B104 überquerte gabs den ersten Fensterkitt – hmmm super lecker, denn der Feststoff war in einer zarten Schokohülle verpackt. Nach 2 Stunden piepte die Halbmarathondistanz und meine Streckenplanung bedurfte einer Korrektur. So gings übers Gehege nach Klockow, wo mich ein böser Hund (ja, ein gaaaanz großer) ansprang. Da an mir nichts leckeres war, ließ er ab, vielleicht auch, weil seine Herrin rief. Dass diese Hundebesitzer immer an der Läuferangst weiden müssen, schlimm.

Mein Trinkgefäß hatte heute keine Chance zum frieren, da „Holzauge“ nach dem Suff den Schlauch leerpustete. Lediglich das Mundstück musste im warmen Handschuh aufgetaut werden. Da die ganze Hitze dem Schnüffelstück übereignet wurde, fror ich wie ein Schneider an die Finger. Oder wars was anderes. Nach 25 Kilometern wusste ich nicht mehr, was mir nicht weh tat. Doch was soll’s. Ich hatte ja 2,5 Stunden geübt, so werde ich die restlichen 5000 m auch noch schaffen. Das heiße Badewasser mit lecker Entspannungszusatz im Hinterkopf, erreichte ich nach 2:50 min die Weststadt. Man war ich kaputt. Nur noch 15 Höhenmeter nach oben und ich war erlöst.

Ist das schön, wenn der Schmerz nachlässt. Nach 15 min Bad und 1 Liter Obelix-Trank war ich wieder fit … Dafür gibt’s morgen ein Laufpäuschen. Nach den 93 Kilometern in dieser Woche habe ich mir das aber auch verdient.