YETI aktiviert

Nein, ... so komme ich nach 90 min vom Laufen

Nun hat der Winter in aller Härte zugeschlagen. War es zu Anfang der Woche nur kalt, so kam am Mittwoch der Wind dazu, der mir beim Abendtraining bald den (so weit vorhanden) Verstand aus dem Kopf gepustet hat. Ich hatte einen lockeren Tempolauf mit 4 Intervallen je Serie zu flitzen und da hatte ich schon wirklich meine Not. Nicht, das entsprechende Tempo zu erreichen, sondern eher ein Gefühl dafür zu entwickeln, es auch bei Gegenwind und bergauf zu halten. Zusammenfassend konnte ich dann aber feststellen, dass alles gut lief. Damit ist gemeint, dass in allen Serien alle Tempobereiche vorhanden waren, nur nicht in der gewünschten Reihenfolge. Ist ja aber wohl Wurst.

Autobahn Berlin Rostock am 02.12.2010

Gestern Abend dann war der Feierabend, trotz Freitag, wieder etwas später, sodass ich zur bekannten, danach nicht mehr bloggen könnenden, Zeit losflitzte. Die Straßen sind nun völlig verweht, zumindest die Nebenstraßen. Damit kommen die seit Jahren bewährten Schuhkrallen zum Einsatz. Leider sind die Spikes auf Grund des monatelangen Einsatzes im letzten Winter fast verschlissen und sie schreien förmlich nach Neubeschaffung.

Anfangs hoffte ich noch, ohne die doch etwas störenden „Eisen“ auskommen zu können. Am Stadtrand Stavenhagens musste das Gerutsche ein Ende haben und YETI wurde aktiviert.

Das Laufgefühl wurde … ein anderes. Die ersten Kilometer ging es auch ganz gut, doch dann merkt man schon die zusätzliche Belastung der Muskulatur. Nach 30 Minuten meldete sich der alte „Brotkasten“ (z.Zt. Bei Runners Point für 149€) mit „Batt schwach“, der Wind pustete mir ins Gesicht und ich durfte noch 1 Stunde meiner Abendbeschäftigung frönen. Doch das Wochenende war eingeläutet und die Gemütsverfassung damit auf dem Höhepunkt.

Die Uhr schlug 7,27 km, als ich endlich die L203 erreicht. Hier erwartete mich eine schwarzgefärbte Straßenoberfläche. Welch ein Anblick. Ich dürfte normalbesohlt weiterlaufen, was mir aber die ersten 500 m sehr hölzern und unrund vorkam. Allerdings war mir das mehr als gleichgültig, wichtig war die muskulaturschonendere Laufweise. Ich rutschte nicht mehr bei jedem Schritt nach hinten.

Am Freitagabend war der Autoverkehr dann doch schon etwas größer, was in mecklenburgisch 5 Autos auf 3 Kilometer bedeutet. In Jürgenstorf wechselte ich auf den Radweg, den ich aber nach 500 Metern infolge Verwehungen wieder verlassen musste. Nun hieß es … geh aufs Ganze, denn  meine jetzige Laufstrecke wurde die B194, was die Hauptstreckte zwischen Stralsund und Waren an der Müritz ist. Da ich aber bestens beleuchtet, mit Blinklicht vorn und hinten, unterwegs bin, machte ich mir keine Sorgen. Das dies gerechtfertigt war, zeigten die frühen Ausweichmanöver der mir entgegenkommenden. Bis auf einen Sprung in den Tiefschnee ging auch alles gut.

Ja, liebe Autofahrer. Das alte Nagetier ist jetzt wieder als 10-15 km/h langsames Fahrzeug in MV unterwegs. Vorwiegend als Geisterfahrer und überwiegend nachts, wegen der Trainingsspitzel 🙂 .

Nach 14 Kilometern wechselte ich, bereits in der Reuterstadt angekommen, in der August Bebel Straße auf den Fußweg und lief in die Weststadt über mäßig beräumte Fußwege „spikeless“, oder wie sagt man. Wegen Blogverbots die Auswertung dann erst heute. 16 km in 1:32 Std. bei 72% HFmax.

Puls ok (87% des Trainings mit 72% HFmax) - "Schuhwechsel" bei km 7,27

Über Nacht hat das große Tauwetter … doch nicht eingesetzt und die Nebenstraßen werden sicher auch nicht schneefrei sein. So wird mein heutiger 26 km Long Jogg sicher eine abenteuerliche Reise sein. Die Flüge nach Mallorca sind auch schon alle ausgebucht, so werden „YETI“, Trinkweste und Fensterkit meine einzigen Begleiter sein. Man hört sich…