Es geht wieder los. Der Monat der 100-er wird am Samstag gestartet

Wieder im Flieger. Bereits wieder sieben Wochen sind nach dem letzten Ultratrail, meinem bisher länsten, wenn auch nicht schwersten, vergangen. In 33 Stunden werde ich im kleinen Bergstädtchen Begues an der Stadtlinie zum 100 km langen Ultratrail Barcelona stehen. Vor einem halben Jahr, ich plante die Trailsaison 2016/2017 wusste ich noch nichts über diesen Lauf. Eher zufällig stieß ich darauf. Zufällig im Sinne von … ich möchte vor der TortourdeRuhr noch einen langen Trail laufen. Zum Hexenstieg gemeldet, musste ich dann leider erkennen, dass das rennen im Harz, so schön er auch sein mag, nicht meiner Vorstellung eines Laufevents entspricht. Die Teilnehmer abgezählt, privat eingeladen. Eher ein Lauftreff, denn ein Laufevent. Ohne diesen netten, kleinen und sicher liebevoll organisierten Lauf abwerten zu wollen.

Zum Glück hat jeder seine eigenen Vorstellungen vom Laufen. Es macht immer wieder Spaß, mit den Spaniern auf dem Trail unterwegs zu sein. Wenn sie auch gelegentlich etwas viel, laut und ohne Punkt und Komma reden. Ab 3000 Metern über Meereshöhe werden sie ruhig (Bluetrail 2014). So hoch hinaus wird es im Garraf-Nationalpark nicht gehen. Dennoch werde ich diesen, zum 6. Mal ausgetragen, Lauf in keiner Weise unterschätzen. Von Meeresniveau, erreicht am Strand nach 34 Kilometern geht es bis maximal 600 m hinauf. Es wird steinig, geröllig und pfadig werden. All das, was das Trailrunning ausmacht. Es wird lang werden, nicht zu lang, hoffe ich. Denn lediglich die Distanz ist ein Fixpunkt. Laufzeit bei jedem Trail eine andere und ohne  Streckenkenntnis nicht berechenbar. Die technische Schwierig kein auf den letzten 30 Kilometern in aller Munde. Ich werde es herausfinden dürfen.

Die Horizontale rund um Jena bin ich in knapp 12 Stunden gelaufen. 2000 hm (+xxx) gilt es auch hier hinauf zu steigen. Der CCC in Chamonix hat mich an die 20 Stunden beschäftigt. Mit über 6000 Höhenmetern im Aufstieg schon ein anderes Kaliber. Auch im Garraf stehen 100 km auf dem Plan. Ausgewiesene 4500 Höhenmeter erwiesen sich nach bearbeiten des veröffentlichen Tracks als „spanische Höhenmeter“ 😉 Mal schauen, was die barometrische Höhenmessung der Fenix herausfindet.

Das Training nach dem Trans Gran Canaria recht spät begonnen. Das „open window“ hatte mich wenige Tage nach meiner Rückkehr ans Bett gefesselt. Extreme Belastung, Temperaturwechsel und der lange Flug sind immer etwas kompliziertes für den Körper. So ging es erst 12 Tage after TGC erstmals wieder laufen. Autsch. Es war lange hölzern. Doch ich musste ja herausfinden, wie man regeneriert und sich trotzdem auf seinen ersten 100 Meiler vorbereitet, der bereits in 16 Tagen ansteht. Trainings-100-er 14 Tage zuvor. Probieren geht über studieren. Mal schauen, was ich falsch gemacht habe.

Nach der Zwangspause setzten dann gleich wieder die Umfänge ein. Maximal 15% Steigerung zur Vorwoche 😉 Soviel Zeit habe ich nicht und so ging dann in Riesenschritten zu den langen Läufen. Fettverbrenungstraining heißt das Zauberwort. Lange, langsam. Ohne Verpflegung. So mache ich das und kann so auch einen Doppeldecker oder drei lange Läufe hintereinander laufen. Der Schwerpunkt lag in diesem Trainingsblock auf laufbaren Höhenmetern. Kein Klettern und Steigen, wie noch im Vorjahr im Elbi praktiziert. Immer rennen, bis der Oberschenkel weint. Mal schauen, was es gebracht hat.

Die Plagegeister linkes Knie, rechte Achillessehne, rechte Hüfte und linke Fußsohle haben sich fit gelaufen. Mittlerweile kennt Mann ja seinen Körper recht gut. Viele Laufkilometer haben wir zusammen gerungen. Das „ich will“ und der „ich kann“ 😉 Alles super gut in Form, für meine Verhältnisse, als alter Sack. Sicher wünscht man sich manchmal, 20 Jahre jünger zu sein. Doch damals hatte ich meine Lebensrauchleistung noch nicht erbracht und wusste auch gar nicht, wie laufen geht. Muss man ja erst lernen 😉 Sicher würde ich dann heute nicht mehr laufen (können). Der Ehrgeiz hätte mich kaputt gemacht. Marathon unter 3 Stunden. Halb unter 1:30h, 10-er unter 40 min. Diese magischen Grenzen will doch jeder Straßenläufen mindestens erreichen. Für mich keine Messwerte mehr. Ich habe den Wechsel vollzogen, endgültig. Meine Laufwelt ist eine andere. Und ich bin froh darüber.

Bisher liege ich gut im Saisonplan, der am 17. April nächsten Jahres endet. Höhenmeter habe ich im Vergleich zum Vorjahr leicht gesteigert. Distanz zählt eh nur in zweiter Linie und liegt im guten Vorjahresbereich. Die Highlight oder das ganze Dicke kommt in der zweiten Hälfte. Da sollte noch genug Power vorhanden sein, nicht am großen weißen Klotz saft- und kraftlos auf der Strecke zu bleiben. Und bei der ganz dicken Berta … .

Ich freue mich wirklich sehr auf die tolle Strecke am Rande Barcelonas. „Garraf Nationalpark“, ich bin unterwegs zu dir. Aus der Schweiz, der mecklenburgischen komme ich angeflogen, durch dich hindurch zu fliegen. Man liest sich … danach.

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