Trans Gran Canaria 2018 – Langdistanz heisst 125 km

Das zweite Bootcamp war bereits 7 Tage alt, als es zum Start der TGC125k ging. Bereits am Mittwoch hatte ich nach einem flotteren 10-er meinen Startnummernbeutel in der Expo-Meloneras in Empfang genommen. Alles gut, fast. Nur der erst später gebuchte und vorbildlich bezahlte Transport von Meloneras nach Las Palmas war nicht auf der Startnummer vermerkt. Ich lernte mehrere Räumlichkeiten kennen, wobei der letzte dann den roten Fahrradstempel (es ist nicht wirklich zu deuten) auf des „Transporte NO“ bescherte.

Schnell wurde noch mal eine Runde über die Trailzone, so wird hier die Ausstellermesse genannt, gedreht und tapfer widerstanden. Da einmal kein Mal ist, wurde beim zweiten Rundgang zugeschlagen. Nun aber schnell weg. Wenn es dreistellig wird, ist Gefahr im Verzuge. Mann verliert das Gefühl 😉 Aber schick.

Am Donnerstag dann fleißig die Insel bereist und am Freitag, nachdem das Drama des Sachen packens anstand und erfolgreich gemeistert, das Hotel verlassen. Nun war ich Autonomade. Hatte alle Umziehaktionen in separaten Beutelchen verstaut. Man kann sichs auch schwer machen. Ein Hotel für die Stunden der Nichtanwesenheit erschien mir dann doch zu unsinnig. Mietwagen reicht. Damit kannst Du alles transportieren und schlafen geht auch zu Not. Und die Kohle in die wichtigen Dinge, wie Laufsachen 😉 investieren.

Pünktlich um 18 Uhr hatte ich am Freitag meinen Besuch der höchsten Hügel, die da Roque Nuble und Pico de Las Nieves heißen beendet. War endlich mal, nicht nur zu Fuß, am Cruz de Tejeda, hatte die Caldera bei Fontanales besichtigt und festgestellt, dass die ganze „Hochgebirgszone“ der Insel unter einer fetten Wolkendecke begraben war. Es nieselte gelegentlich. Mich hat das hoch motiviert für das in wenigen Stunden beginnende Rennen. Mann konnte es nicht ändern. Über die GC 130 ging es über Telde (Decathlon NICHT besucht 😉 ), und die Autobahn zurück nach Meloneras.

Startvorbereitungen inhouse abgeschlossen und 19:15 Uhr war ich bereit. Pünktlich fuhren die Busse zum Startort los. Bereits 45 min später standen wir etwas unschlüssig am Strand Canterasin Las Palmas, der Inselhauptstadt. Der Veranstalter hatte hier das große HalliGalli organisiert. Ich verkrümelte mich in die nächst beste Bar. Oh. Hier war der nächste frei werdende Tisch nicht der Deine. Hier wurden Nummern gezogen. Nee. ne? Doch. Ich hatte die 379 und lehnte dankend ab. Gibt ja noch (gefühlte 287) andere locations hier. Der nächste Grill bot Toast Mixta und Pommes. Dazu ein Ei und Kaffee „Cortado“. Mehr brauchts nicht. Doch, noch einen zweiten Kaffee, bitte äh por favor.

Nachdem die Zeit mit nichts tun totgeschlagen war, fand ich mich auch schön in der Startaufstellung wieder. Mitten auf dem Stadtstrand hatte man alle Startbögen, die „Arista“ auftreiben konnen hintereinander angeordnet. Noch ein paar Absperrgitter und meterhohe Fahnen und fertig war trailrunners Käfig.

In der Startaufstellung traf ich Ingolf aus Ullersdorf. Oder eher traf eher mich, denn ich erkenne ja eh immer niemanden. Eher wie richtig ans schnattern kamen, was bei der lauten Startmusik eh fast unmöglich war, ging es auch schon los. Start mit Feuerwerksfontänen. Das war schon ganz beeindruckend, was man sich da ausgedacht hatte. Und für die vielen Zuschauer sicher ein besonderes Spektakel

Ich drückte irgendwann unter einem der vielen Bögen meine Fenix und ab ging es, immer am Strand entland Richtung Berge. Wie erwartet, wurde gleich erst mal um jede Platzierung gekämpft, sich durch den zerlatschten Sand gewühlte. Mehrere Hunderte Meter ging das so. An der bekannten Engstelle gings mal kurz auf die Promenade. Wieder hinunter und fast bis zum Leuchtturm im Sand entlang. Ich fand es wunderschön. Klar, dass ich im festen Sand lief 😉

Nach zwei Kilometern wechselten wir auf Asphalt und verließen den Ort auf einem kleinen Sträßchen, stets Höhe gewinnend. Das Feld hatte sich super auseinander gezogen. Die roten Rücklichter, Bestandteil der Pflichtausrüstung, markierten den zukünftigen Weg. Sechszehn Kilometer sollten wir bis zum ersten Check- oder auch Verpflegungspunkt laufend unterwegs sein. Und es wurde viel und ordentlich gelaufen. Nur wenige steilere Passagen forderten zum Einsatz der Wanderstäblein. Es war eine wahre Freude, wie homogen sich „unsere“ neu geschmiedete Laufgruppe bewegte.

Auch als wir nach der ersten Stunde, 8 Kilometer waren gelaufen, auf einige technisch anspruchsvollere Passagen wechselten. Es machte Spaß zu laufen, keiner scherte aus. Wir liefen so perfekt, das ich es gar nicht glauben konnte. Das sollte sich erst ändern, als wir den ersten Steingarten erreichten. Ich stand dem zum Ende des Rennens kaum nach. Etwas nervig zu laufen. Immer wieder war es verletzungsärmer, nicht alles zu laufen.

Spätestens am ersten VP würde der Zinober enden, so nahm ich an und ich glaube auch, so war es. Ganze 3h30min waren vom Veranstalter für den ersten Abschnitt vorgesehen. Er nannte es Cutoff-Zeit und so heißt es bei nicht erreichen: Schluss, Aus, du kannst nach Hause fahrn. Doch würde es überhaupt dazu kommen. Ich rechnete bei der großzügigen Gestaltung nicht damit.

 

Fortsetzung folgt hier

Ein Kommentar:

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