Es geht wieder los.

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Der letzte, endlose Monat vorm UTMB, dem WORLD SUMMIT OF TRAIL-RUNNING, geht zu Ende. Drei Ultraäufe haben die Wochenenden in diesem Monat geprägt.

Los ging es mit dem Ottonenlauf im Harz. Siebzig Kilometer hat der Veranstalter ausgeschildert, die die Läufer von Stiege nach Quedlinburg bringen.

Am darauffolgenden Wochenende durfte es endlich mal wieder das Elbsandsteingebirge sein. Meine gute, alte Malerweg Runde (Best-off) habe ich dann auf 2500 hm reduziert. Knapp 10 Stunden habe ich mich durch die Sandsteine inspirieren lassen. Eine tolle Runde mit tollem Finish. Ohne Lampe, durch rabenschwarze Nacht (die letzten 5 Kilometer) bis an den Fuß der Festung Königstein. Ein unglaubliches Erlebnis.

10 Stunden Runde durch die Hintere Sächsische Schweiz und das Gebiet der Steine

Am letzten Wochenende dann endlich das Triple an der Müritz. Unser Heimatultra führte mich einmal um den größten Binnensee Deutschlands. Ganze 75 km misst die große Runde, die ich in diesem Jahr mit kompletter Radbegleitung absolvieren durfte. Eine tolle, samstägige Familienbeschäftigung.

Müritzlauf 2017 – copyright by https://www.mueritz-lauf.de/

 

Und nun ist sie angebrochen. Die letzte Woche vorm UTMB.

Bereits zum vierten Mal in Folge werde ich in 2017 zur inoffiziellen Trailrunning-Weltmeisterschaft nach Chamonix reisen. Nie werde ich dort laufen, dieses Event … braucht kein Mensch … voller Kommerz und einzig und allein des Geldes wegen veranstaltet. Doch dann war ich 2014 am Start. Klar, wird beworben, klar wird hier (viel) Geld verdient. Doch hier werden Träume wahr. Nach meinem ersten Finish am Mont Blanc, dem CCC in 20:xx Stunden war der Virus eingepflanzt.

2015 war es dann erstmals möglich, beim UTMB zu starten. Ich hatte durch das Projekt 3-point beim Bluetrail auf Teneriffa genug Punkte, um mich bewerben zu können. Leider klappte es nicht, wohl aber der Wechsel auf die 119 km Strecke, den TDS. Und es war bis dahin mein Meisterstück. Völlig kaputt kam ich nach 29:xx Stunden ins Ziel. Man, war das ein Brett. Von nun an konnte ich mir die Wettkämpfe aussuchen, aus denen ich die Punkte für die Bewerbung 2016 entnahm. Und … ich hatte tatsächlich wieder das Glück und wurde gezogen. UTMB, der Traum schlechthin. Mittlerweile hatte ich auch bereits zweimal am Mont-Blanc-80 teilgenommen. Dabei standen ein finish, auf der alten Strecke und auch ein DNF auf der neuen Strecke im Trainingstagebuch. Das bisher heilige Wort DNF war Realität, ich hatte meine Grenze gefunden, erstmals. Gehört irgendwie dazu.

Auch den UTMB konnte ich nicht finishen. In Champex/Lac war nach 31:xx Stunden Schluss. Meine kaputten Füße wollten mich nicht mehr weiter tragen. Der letzte, von insgesamt 4 Marathons sollte nicht sein, in dieser zweiten Nacht. Das DNF nagt schwer am Gemüt. Es muss getan werden, was getan werden muss. Und ich muss noch etwas fertig machen, habe noch eine offenen Rechnung mit dem großen, weißen Klotz.

Die Bewerbung für 2017 ging dann doch noch raus. Nein, ich hatte bei aller Planung den Mont Blanc nicht auf dem Zettel. Dann dieser 12. Januar 2017. Die Auslosung hat wieder meinen Namen zutage gefördert. Damit kann man nicht rechnen. Vier Starts in vier Jahren. Da kann ich nicht ablehnen. Nicht den UTMB, Den letzten Marathon muss ich noch fertig machen.

Nach dem Marathon des Sables, der überhaupt kein Bergtraining erfordert, ging es also im Mai dann los mit den Hügelchen, Hügeln und Bergen. Ein paar tausend Höhenmeter könnten es mehr sein, die im Trainingstagebuch stehen. An langen Läufen sollte es reichen. In diesem Jahr habe ich 12 Marathon- und Ultrawettkämpfe absolviert. Mir die Wettkampfhärte geholt. Auf langen Ausflügeleien das Leiden geholt. Das, was es zu ertragen gilt in den beiden Nächten rund ums Mont-Blanc-Massiv. Immer wieder muss ich über die „Trainingspläne“ schmunzeln, die keine langen Läufe vorsehen. Lange Läufe in meiner Verständniswelt ,über 10-12 Stunden. Ich habe sie absolviert. Habe die Hochs und Tiefs erlebt, die kleinen und glaube mich gut vorbereitet. Ich will das finish. Ich muss es fertig machen. Das große, unbeschreiblich schöne Abenteuer rund um den höchsten Berg der Alpen. Am Ende vom Tag ist alles nichts wert am Tag der Tage. Training ist Training. Aber das zählt im Wettkampf nur bedingt … Der UTMB beginnt in Courmayeur, sagt man. Mein UTMB beginnt in Champex/Lac. Bis dahin ist es einfach 😉 Bekannt, kann ichs …

Meine Wettkampfseite gibts hier