Trailrunners Paradies – Kontaktaufnahme

Share

21:01 – 08:56 Uhr sagt mein Überwachungstool am linken Handgelenk. Geschlafen, wie ein Stein kann man es auch nennen. Nach einem wirklich langen Tag war einfach nichts mehr mit mir anzufangen, außer eine Schlafbestzeit aufzustellen. Wie gut, dass wir unsere Rennzwiebeln haben. Permanent am Handgelenk.

Nach dem ausgiebigen Frühstück, zu dessen An- und Abreise lege ich von meiner kleinen Bleibe auf Zeit auch gut 1,2 km zurück. Wer ganz oben nächtigen will, muss rundgangen. So will es die Regel. Genug geschwätzt.

Wie jedes Jahr seit 2016 gehört der erste Lauftag dem Barranco de Taurito. Hier, wo 2002 alles begann. Vom Wanderer zum Marathonläufer, zum Ultraläufer und nun endlich am richtigen Fleck, zum trailrunner. Der Barranco ist der Inbegriff für wunderschönes laufen auf den Inseln. Hier hat Mann alles dabei. ein wenig Asphalt zum ein- und auslaufen. Schmale laufbare Pfade. Noch schmalere tippelbare Pfade, von Steinen übersät, Kletterpassagen und ein wunderschönes Hochplateau, wo der Weg erkenn- aber auch nicht wirklich zügig laufbar ist. Aber ist das wichtig?

Die Sonne legte sich so richtig ins Zeug. An kurz/kurzer Laufbekleidung gibt es hier in der sonnenreichsten Ecke der Insel nie einen Zweifel. Meine 900 ml Getränkevorrat waren da schon recht sportlich angesetzt. So isser, der sparsame trailrunner. Immer Gewicht optimieren. Dafür waren heute Kopflampe und Reserveakku dabei. Mann hat ja schon trailrunner mit Sonnenbrille und IPhone-Lampen-App auf der GC500 gesichtet 😉

Nach gut einer Stunde hatte ich den Barranco durchquert und konnte mich an den Aufstieg zur ersten Hochebene machen. Alles war noch heil, sieht man mal von den leichten Hautabschürfungen an Armen und Beinen ab. Das muss so und tut auch gar nicht weh, nain!

Der Aufstieg ist „schnell“ vollbracht und es kann ein paar Minuten gepflegt, immer Höhe erhaschend gelaufen werden. Keine Viertelstunde später beginnt der „downhill zur Flussquerung. Im stetigen auf und ab folgt man einen herrlich verblockten Weg. Wer hier Landschaft gucken will, muss wandern. Was übrigens für den Großteil der Strecke gilt. Holzauge sei wachsam und Kniee hoch sind erste Trailrunnerspflicht.

Ich überstand auch den Gegenanstieg aufs zweite Hochplateu sturzfrei. Lediglich die Füsse konnten einem kleinen Wassergumpen nicht ausweichen. Schuhe entstaubt.
Während der knappen halben Stunde, die ich mich ungeschützt vor den Naturgewalten befand hatte auch die Sonne Erbarmen mit mir und versteckte sich hinter einer Wolke. Indirektes Licht gibt eh bessere Fotos. Nächster Fotostop war am Steilabstieg nach Los Molinos. Dort, wo an der Bushaltestelle ein Getränkeautomat steht. Wenn man mal gar nichts mehr hat 😉 #tipoftheday
Ich folgte nach einer kurzen GEL-Pause weiter dem Höhenweg bis zum Ende des ausgeschilderten Pfades. Nun kommt das schönste, wenn auch anstrengendste Stück. Mann steigt zwischen zwei Bergen nach Cerato (oder wie das Döfchen in fachspan  isch heißt) ab. Geröll, Steinplatten und wieder Geröll sind die nächste halbe Stunde deine Freunde. Sie sollten es zumindest sein, denn was anderes gibts hier nicht.

Mir folgten sie heute auf dem Fuße. Nach der Lehre des großen Trailmeisters muss dein Fuß die kippelnde Steinplatte verlassen haben, bevor sie kippt. Den Stein, bevor er wegrollt. Ich habe nicht die pace des trailmeisters, wohl aber eine adäquate Schrittfequenz, damit es klappt. Doch was, wenn dich die Steine verfolgen? So passierte es mir heute mehrfach und die Knöchel waren davon gar nicht begeistert. Laute „Freudenschreie“ ließen den ersten Schmerz vergehen. Was kann ich dagegen tun? Wahrscheinlich schneller downhillen. Ich arbeite dran. Zumindest das gemeinsame Absteigen mit Gerölllawinen hat heute mehrfach perfekt funktioniert.

Irgendwann ist der schönste trail einmal zu Ende und selten endet er am Startpunkt. So auch heute. Übert die gesperrte GC500 folgte ich dem Asphalt von Puerto de Mogan nach Taurito, wo nach 3:35 Stunden der Spaß schon wieder vorbei war. Über tausend Höhenmeter sagte die Fenix. Na geht doch.

Chillen, Sonne und Meer glotzen die favorisierten Tätigkeiten danach. Bissl Trainingsplan ersinnen für die nächsten Tage.Nicht zu viel, nicht zu anspruchslos, nichts langweiliges. Mir fällt ja immer was ein. Wat mut, dat mut.
Man liest sich … demnächst.

Bilder gibts keine. Mit dem WLAN ist hier Essig und den LTE-Access-Point möchte ich nicht zu viel zumuten. Ihr wisst schon, Urlaubskasse und/oder Optimierung ist angesagt.